Wings level

Mein Leben auf der Strecke


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Das Ende…


Ich habe mir lange überlegt, wie ich euch diese Nachricht übermitteln soll. Es ist wirklich nicht leicht für mich! Aber es ist wohl das Beste für alle. Ich hoffe ich enttäusche euch damit nicht zu sehr und bitte um euer Verständnis. Es geht nicht anders.

Hiermit teile ich euch mit, dass am Ende eines Regenbogens kein Topf gefüllt mit Gold steht, aber immerhin ein Jumbolino.😀

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Der Tag mit der fetten Katze


Hey keine Sorge, dies ist kein Bericht über einen Tag mit einer Flight Attendant und auch sie ist nicht gemeint! Die fette Katze steht für FATCAT (First Officer Advanced Training und Commander Advanced Training) ein Reihe von Weiterbildungskursen bei Swiss. Den ersten dieser Kurse durfte ich kürzlich absolvieren. Dabei ging es darum über den Tellerrand zu schauen und das Cockpit zu verlassen. Wir hatten nämlich die Möglichkeit verschiedene Stellen zu besuchen, ohne die ich meine Arbeit nicht ausführen könnte.
So haben wir die Herren der ELS (Einsatzleitstelle), die für den Flugbetrieb verantwortlich sind besucht. Einfach faszinierend wie die Zwei den Überblick über die gesamte Flotte behalten. Die „bösen“ Damen von der Crewdispo, deren Anruf meist mit Arbeit verbunden ist, haben wir ebenfalls am Arbeitsplatz beobachtet. Einige von uns hatten auch die Möglichkeit den Pushback Fahrern und den Redcaps über die Schulter zu schauen. Auch der Besuch bei Gategourmet war eindrücklich. Verrückt wie viele Essen dort jeden Tag zubereitet und rechtzeitig am richtigen Flieger abgeliefert werden!
Tja, nach so einem Tag wird einem dann klar, dass wir zwei im Cockpit nur die Spitze des Eisberges sind. Denn für die pünktliche Abwicklung eines Fluges müssen alle diese und weitere Stellen Hand in Hand zusammen arbeiten. Vielen Dank an euch alle die es mir ermöglichen, dass ich meinen Traumjob ausüben kann!

Ach ja, auch die Damen und Herren bei der ATC sind ein wichtiger Teil des Eisbergs. Leider blieb uns ein Besuch im Tower in Zürich verwehrt…


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Das „Verhör“


Neulich auf dem Weg zur Arbeit:

Mister X: „Herr Ensvala, was um alles in der Welt ist mit ihrem Blog passiert?“

Ich: „Nichts, was soll damit sein?“

Mister X: „Nichts! Ha, genau nichts! Warum ist seit knapp einem halben Jahr Funkstille? Haben Sie nichts erlebt?“

Ich: „Doch, eigentlich schon, aber…“

Mister X: „Ja was aber?“

Ich: „Es gab viel zu tun während der Line Intro. Den ersten Flug mit echten Passagieren werde ich wohl nie vergessen! Es war ein wunder schöner Tag und ein wunder schöner Anflug in Prag, unbeschreiblich! Auch die Vorbereitung auf den Line Check und den abschliessenden Final Check war nicht ganz ohne, da hatte ich schlicht keine Energie mehr für den Blog!“

Mister X: „Nun gut, das mag ja alles sein, aber die Line Intro ist ja schon ziemlich lange zurück! Was hat sie nach der Intro vom Schreiben abgehalten?“

Ich: „Ach wissen sie, die vielen neuen Städte in denen ich Übernachtet habe, mussten natürlich ausgiebig begutachtet werden!“

Mister X: „Aber genau darüber hätte man doch so manches schreiben können!“

Ich: „Ja, hätte, hätte Fahrradkette!“

Mister X: „Was!?!“

Ich: „Okay, ich geb’s ja zu, ich hatte keine Lu… ähm Zeit! Der erste OPC (Halbjahres Check im Simulator) musste ja auch noch vorbereitet werden! Und während meiner dreieinhalb Wochen Ferien hatte ich nun mal kein Internet um etwas zu schreiben!“

Mister X: „Hmm, das erklärt aber nur warum sie bis Mitte Dezember nichts getan haben…“

Ich: „Sie kennen ihn doch mit Bestimmtheit auch, den Vorweihnachtsstress…“

Mister X: „Mir scheint, sie haben auf alles eine (billige) Ausrede. Wird es überhaupt je wieder einen Beitrag von ihnen geben? Oder wird ihr Blog für immer im Nirvana des World Wide Web untergehen?“

Ich: “ Wenn ich ehrlich bin, habe ich schon so meine Zweifel ob überhaupt jemand Interesse an meinen Texten hat. Ausserdem hab ich schon mal versprochen regelmässiger zu schreiben und hab’s nicht getan. Darum will ich an dieser Stelle keine Versprechungen machen!“

Mister X: „Hm, da bin ich mal gespannt wie es weiter geht!“


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Landetraining


Wie bereits hier angedeutet, sind wir nach vielen Stunden an der SAT mit Theorie und Simulator ins Landetraining nach Chateauroux geflogen. Dabei durfte jeder von uns mindestens zwölf Landungen machen. Ein einfach unbeschreibliches Gefühl das erste Mal mit dem richtigen Flieger abzuheben und wieder zu landen!

Aber Bilder sagen ja bekanntlich mehr als tausend Worte…


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Ich mal wieder…


Ja ich weiss, ich hab mich schon lange nicht mehr gemeldet. Tut mir auch leid, ehrlich! Allerdings kann ich nicht wirklich etwas dafür. Seit Anfang Mai stecke ich nämlich mitten im Type Rating bei Swiss! Die letzte Zeit war sehr lernintensiv und daher war es hier etwas still. Aber ich gelobe Besserung, versprochen!

Es hat also begonnen, endlich! Das Ziel, der Fensterplatz ganz vorne rechts, ist langsam aber sicher zum greiffen nah. Angefangen hat alles ganz harmlos:

Am 06.05.2013 08:15 Uhr treffen sich acht unerschrockene, mehr oder weniger frisch brevertierte Berufspilotinnen (Männer mit gemeint) im alt bekannten Gebäude der Swiss Aviation Training. Es sind alles bekannte Gesichter, war doch bereits der MCC Kurs mit den selben acht Teilnehmern besetzt. Gespannt sitzen sie nun also an ihren Plätzen und harren der Dinge, die da kommen mögen.

Nun, die ersten Tage versprechen schon mal einen entspannten Start. Es geht vor allem darum, die Swiss kennen zu lernen. Darunter auch viele neue und wichtige Gesichter. Unter Anderen auch die zwei Männer, die unser Leben quasi in der Hand haben. Nein, gemeint ist nicht der Flottenchef, sondern der Einsatz- und der Ferienplaner. Auf eine gute Zusammenarbeit!

Nach den entspannten Tagen wird dann schon zum ersten Mal klar gestellt, dass ein Pilot keine Feiertage kennt. So geht es an Auffahrt so richtig los. Der OM(A) Kurs ist angesagt. Das OM(A) ist quasi die Bibel der Swiss. Da stehen gaaaanz viele Vorschriften und Verfahren drin, die für alle gültig sind, egal ob Airbus oder Avro (Jumbolino). Nach zwei intensiven OM(A) Tagen sind wohl alle froh, dass das Wochenende kommt. Noch gibt es sie, die geregelte Fünftagewoche!

Im gleichen Stil geht es dann auch die nächsten Wochen weiter. Denn die Swiss besitzt auch noch ein OM(B), OM(C) und noch viele andere mehr oder weniger wichtige Dokumentationen, die studiert werden wollen. Ein grosser Bestandteil der Theorieausbildung bildet die technische Ausbildung, bei der sämtliche Systeme des Jumbolinos beschrieben und gelernt werden. Und wie es sich gehört, gilt es nach der Theorie das Wissen in einem Test zu beweisen.

Nach den knapp zwei Monaten Theorie heisst es dann „Hands on“ im Simtraining. In 14 Sessions à 4 Stunden im Fullflight SIM (ja der bewegt sich) werden die Trainees fit gemacht für den Einsatz auf der Strecke. Selbstverständlich werden kaum Flüge ohne irgendwelche Systemausfälle statt finden, das dabei kein Hemd trocken bleibt, muss ich wohl kaum erwähnen! Wie immer wird auch diese Phase mit einem Skilltest abgeschlossen.

Als Belohnung für die ganze Schinderei geht es danach für zwei Tage ins Landetraining und genau dort sind wir im Moment, aber dazu später mehr…


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Nummer 10


Vor genau zwei Monaten ist es geschehen. Lange habe ich mit dem Gedanken gespielt, mich aber nie getraut. Damals war ich mir ja auch nicht wirklich sicher ob es jemand interessiert. Dann kam der März 2013, ich hatte nach den intensiven Vorbereitungen auf die Theorieprüfungen endlich Ferien und wieder mehr Zeit für Freunde und Bekannte. Immer wieder wurde ich gefragt wie meine Ausbildung läuft und was ich da so alles mache. Nun da war es also, das Interesse. Also habe ich am 1. März 2013 den Entschluss gefasst diesen Blog zu starten.

Seit dem Start sind 8 Wochen, 4 Tage, 19 Stunden, 20 Minuten und 57 Sekunden vergangen, der/die Durchschnittsschweizer/in hat knapp zwei Kilo Schokolade gegessen, am Flughafen Zürich sind über 20500 Flugzeuge gestartet und ich hab hier zehn Beiträge veröffentlicht.

Mit Freude habe ich gesehen, wie die Besucherzahlen auf meinem Blog gewachsen sind. An dieser Stelle ein herzliches Dankeschön an die zwei Bloggerstars (Towermädel und nff) für den Kickstart. Auch für die vielen motivierenden Feedbacks und Kommentare möchte ich mich bedanken. Natürlich habe ich immer ein offenes Ohr für Kritik, Anregungen oder Fragen. Meldet euch einfach bei mir.

So, dass war er jetzt also, der Zehnte. Mal schauen wo das hier noch hin führt…

PS: Auch an die Lektorin dieses Blogs ein spezielles Dankeschön! Hoffentlich hab ich nicht zu viele Fehler gemacht.😉


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Die Abnormal(e) Woche


Phu, fertig! Ein weiterer Schritt auf dem Weg ins Airliner Cockpit ist vollbracht! Der MCC Kurs ist abgeschlossen.

In den letzten Tagen wurden wir nochmals so richtig „gequält.“ Es war Zeit für die Abnormals. Während den dreistündigen Sessions gönnten uns die Instruktoren kaum eine ruhige Minute. Logisch blieb bei Startabbrüchen, Triebwerkausfällen gleich beim Abheben oder bei Kabinendruckabfall auf 9000 m.ü.M. kein Hemd trocken. (Aber wie heisst’s so schön: Lieber Schweissperlen als gar kein Schmuck.)  Dank Teamwork und vollem Einsatz ist es uns aber immer gelungen sicher zu landen und den Simulator aus eigener Kraft zu verlassen.

Ein kleines Beispiel einer Übung von letzter Woche: Mitten im Reiseflug wird der Kapitän plötzlich bewusstlos, was nun? Genau das habe ich mich auch gefragt. Leider ist es mit einem fliegenden Flugzeug nicht möglich einfach so am Strassenrand anzuhalten. Darum erst einmal Ruhe bewahren und das Flugzeug fliegen. Das klingt jetzt absolut logisch, kann aber im Eifer des Gefechts schnell vergessen werden. Aber wie weiter? Hmm, Hilfe aus der Kabine anfordern?! Vielleicht können die dem Kapitän helfen oder ihn wenigstens von den Steuern fernhalten. Es könnte ja auch sein, dass ein Arzt an Bord ist? Mal in der Kabine fragen. Nein, leider kein Arzt dabei, aber immerhin atmet der Kapitän noch. Nun ja, dann landen wir den Flieger halt alleine. Schnell noch der ATC Bescheid geben und bereit machen für den Anflug. Obwohl wir erst wenige Sessions im zwei Mann Cockpit absolviert haben, fühlt es sich komisch an so ganz alleine zu fliegen. Trotz dem Vorfall gelingt eine saubere Landung und dem Kapitän kann umgehend geholfen werden. Ich kann euch beruhigen, es geht ihm schon wieder blendend😉

Von aussen betrachtet denkt man vielleicht, es sind ja eh nur Übungen. Sitzt man aber selber am Steuer, vergisst man dies aber sehr schnell. Mir macht es durchaus Spass solche abnormalen Situationen im Simulator zu trainieren, bringen sie doch eine grosse fliegerische Abwechslung und eine gute Vorbereitung für den Fall der Fälle. Aber natürlich hoffe ich, dass wir alle nie in einen realen Notfall verwickelt werden!

So jetzt geniesse ich meine wohl verdienten Ferien. Es geht ja schon bald wieder weiter mit dem Einführungskurs bei Swiss und der Umschulung auf den kleinen mit vier Triebwerken. Es warten also schon die nächsten spannenden Abschnitte auf meinem Weg.

Übrigens habe ich für diesen Beitrag knapp doppelt so lang wie er gebraucht und sie war auch etwas schneller. Aber hey, ich bin ja auch noch ein Bloggerküken…🙂

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